















Eine Kugeldrehverbindung besteht aus zwei konzentrischen Ringen – dem Außenring und dem Innenring – zwischen denen gehärtete Kugeln auf präzisionsgeschliffenen Laufbahnen laufen. Die Konstruktion ist so ausgelegt, dass sie axiale Kräfte (das Gewicht des Oberwagens), radiale Kräfte (seitliche Belastungen beim Schwenken) und Kippmomente (z. B. beim Heben schwerer Lasten mit ausgefahrenem Ausleger) gleichzeitig aufnehmen kann. Eine Verzahnung am Innen- oder Außenring überträgt die Schwenkkraft des Drehantriebs auf den Oberwagen.
Bei Baggern wird überwiegend die innenverzahnte Kugeldrehverbindung eingesetzt: Der Außenring ist am Unterwagen verschraubt, der Innenring (mit Innenverzahnung) am Oberwagen. Das Ritzel des Schwenkmotors greift in die Innenverzahnung und dreht so den Oberwagen.
Die häufigsten Anzeichen für einen verschlissenen Drehkranz sind: ungewöhnliche Geräusche beim Schwenken (Knarzen, Knacken, Knirschen), spürbares Spiel zwischen Ober- und Unterwagen (Kippen oder Wackeln beim Arbeiten), ungleichmäßige oder schwergängige Schwenkbewegung, Fettaustritt an den Dichtungen des Drehkranzes, oder sichtbare Schäden an der Verzahnung (abgebrochene Zähne, Gratenbildung).
Der wichtigste Messwert ist das Kippspiel: der Spalt zwischen Ober- und Unterwagen unter definierter Belastung. Jeder Hersteller gibt Grenzwerte vor – wird dieser überschritten, muss der Drehkranz getauscht werden. Wir empfehlen, das Kippspiel bei jeder großen Wartung (z. B. alle 2.000 Betriebsstunden) messen zu lassen und eine Basismessung direkt nach Ersteinbau durchzuführen.
Der Einbau eines Drehkranzes erfordert besondere Sorgfalt. Vor der Montage muss die Planheit der Anschraubflächen an Ober- und Unterwagen geprüft werden. Ist die Planabweichung zu groß, kann es nach dem Anziehen der Schrauben zu einer Verformung des Drehkranzes kommen, die die Drehbewegung blockiert oder den Verschleiß massiv beschleunigt. Alle Schraubverbindungen müssen mit dem vom Hersteller vorgegebenen Drehmoment und in der richtigen Reihenfolge (kreuzweises Anziehen) angezogen werden. Unsere Drehkränze werden mit Montagehinweisen und dem Dokument zur Kippspiel-Überprüfung geliefert.
Unsere Drehkränze werden überwiegend in Europa, Japan und Südkorea gefertigt und entsprechen den Spezifikationen der Originalteile (baugleicher Ersatz). Außen- und Innenringe bestehen aus gehärtetem Vergütungsstahl, die Laufbahnen sind induktionsgehärtet und geschliffen, die Kugeln durchgehärtet. Die Dichtungen schützen das Lager gegen Fettaustritt und Verschmutzung. Auf Wunsch liefern wir auch Drehkränze mit gehärteter Verzahnung für besonders hohe Beanspruchung.
Wir liefern Drehkränze für Bagger von Liebherr, Caterpillar, Komatsu, Hitachi, Kubota, Yanmar, Takeuchi, Bobcat, Volvo, JCB, Atlas, Case, Kobelco, Hyundai, Doosan, New Holland, Terex, Wacker Neuson, FAI, IHI, Eurocomach, Nagano, Hanix, Airman und viele weitere. Für die korrekte Zuordnung benötigen wir den Maschinentyp, die Seriennummer und – falls vorhanden – die Original-Teilenummer des verbauten Drehkranzes.
Der Preis variiert stark nach Baggergröße und Hersteller. Drehkränze für Minibagger (1–6 Tonnen) liegen im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich. Für größere Hydraulikbagger (20+ Tonnen) oder Sondermaschinen können die Kosten im fünfstelligen Bereich liegen. Senden Sie uns Ihre Maschinendaten für ein konkretes Angebot.
Das Kippspiel wird mit einer Messuhr gemessen, die am Oberwagen befestigt wird, während der Ausleger in definierter Position steht. Durch wechselseitiges Anheben und Absenken des Auslegers wird die Spieländerung am Drehkranz erfasst. Die Grenzwerte hängen von Maschinengröße und Hersteller ab – typisch sind Maximalwerte zwischen 0,5 und 3 mm. Unseren Drehkränzen liegt eine Anleitung zur Kippspiel-Messung bei.
Nicht zwingend. Wenn der Schwenkantrieb (Schwenkmotor + Schwenkgetriebe) noch einwandfrei funktioniert und die Verzahnung des Ritzels nicht beschädigt ist, kann der bestehende Antrieb weiterverwendet werden. Prüfen Sie jedoch die Ritzelzähne auf Verschleiß – ein stark abgenutztes Ritzel beschleunigt den Verschleiß des neuen Drehkranzes.
Regelmäßiges Abschmieren ist der wichtigste Faktor. Fetten Sie den Drehkranz gemäß Herstellerintervall über die Schmiernippel am Lagerring. Achten Sie darauf, dass frisches Fett am gesamten Umfang austritt – das zeigt, dass das Fett bis in die Laufbahn vorgedrungen ist. Prüfen Sie regelmäßig die Schraubverbindungen auf festen Sitz und kontrollieren Sie die Verzahnung auf Verschleiß und Fremdkörper.
Viele Standard-Drehkränze für gängige Minibagger und Bagger sind ab Lager verfügbar und versandfertig innerhalb weniger Werktage. Für seltenere Modelle oder größere Bagger beträgt die Lieferzeit in der Regel 2–4 Wochen. Sonderanfertigungen nach Zeichnung sind ebenfalls möglich – sprechen Sie uns an.